Woher bekomme ich gutes Bildmaterial?

In meinem letzten Blogbeitrag zum Thema Bild- und Video-Content „Ich habe heute leider kein Foto für dich“ ging es um die Frage, warum wir in der B2B-Kommunikation heutzutage nicht mehr ohne Bilder und Videos arbeiten können und welche Bild-Formate sich für die unterschiedlichen Textarten in der PR und im Content-Marketing eignen. Und es kam auch immer wieder zur Sprache, dass die Qualität des Bild-Contents eine entscheidende Rolle spielt – wir also nicht einfach „nur“ Bildmaterial benötigen, sondern „gutes“ Bildmaterial brauchen. Das wirft zwei grundlegende Fragen auf: Wie komme ich überhaupt an Bildmaterial, wenn ich aktuell gar keines habe? Und wie gelingt es, dass dieser Bild-Content dann auch noch qualitativ gut ist – also für die B2B-Kommunikation ausreichend professionell? Es gibt hierauf nicht die eine, allgemeingültige Antwort. Dafür aber fünf Optionen, aus denen gewählt werden kann:

Im Wortsinn: professionelle Packshots. (Quelle: Schumacher Packaging)

1. Der professionelle Fotograf
Wenn es darum geht, dass man Real-Bilder benötigt, bspw. von Geschäftsführern und Mitarbeitern oder von Objekten wie Firmengebäuden oder physischen Produkten, empfiehlt es sich immer, einen professionellen Fotografen zu engagieren. Dieser versteht sein Handwerk und produziert qualitativ hochwertige Bilder. Ein wesentlicher Vorteil eines Profi-Fotografen ist, dass man durch ihn sehr individuelles und unternehmensspezifisches Bildmaterial bekommt. Dieses steht dann, je nach Lizenzvertrag mit dem Fotografen, auch exklusiv zur Verfügung, d.h. in der Regel liegen nach einer Auftragsarbeit die alleinigen Bildrechte dann auch beim Unternehmen. Zudem wird ein Fotograf die geschossenen „Rohlinge“ im Anschluss auch immer in einem Bildbearbeitungs-Programm am PC nachjustieren, optimieren und in die finale Form bringen. Das ist auch nötig, denn so gut wie keine Kamera kann sofort ein bereits perfektes Bild erstellen. Ein Nachteil beim Einsatz eines professionellen Fotografen ist der Zeitbedarf, der für die Vorbesprechung, das Fotoshooting und die Nachbereitung anfällt. Hierbei werden mitunter auch personelle Ressourcen im Unternehmen gebunden. Die Kosten für einen Fotografen variieren, je nach Umfang, von eher niedrig bis recht hoch. Benötigt man bspw. erst einmal einen Grundbestand an Unternehmensfotos, plant man am besten gleich ein Tages-Fotoshooting und lässt viele verschiedene Motive ablichten, um sich damit eine kleine Unternehmensbilderdatenbank aufzubauen. Werden hingegen nur ein paar Fotos von wenigen Motiven gebraucht, sind sowohl der Zeitbedarf als auch die Kosten überschaubar.

Damit der Fisch anbeißt, muss es ihm schmecken.

2. Der kreative Grafiker
Benötigt man aber anstelle von Realbildmaterial eher Grafiken, Abbildungen, Infografiken, Vektoren, Logos usw. ist man bei einem kreativen Grafiker bestens aufgehoben. Jedes Bild, das nicht real ist, kann von einem Grafiker am PC produziert werden – und selbst Realbilder kann ein Grafiker als Basismaterial weiterverarbeiten. Ein kompetenter Grafiker ist insbesondere dann hilfreich, wenn es darum geht, komplexe Prozesse zu visualisieren oder erklärenden Text durch grafische Bestandteile weiter aufzuwerten. Auch bei Dienstleistungen, bei denen es kein physisches Produkt zum Ablichten gibt, kommen in der Regel Grafiker zum Einsatz, um die immateriellen Leistungen und Services für die Kunden zu verbildlichen. Ein weiterer Vorteil des Grafikers ist, wie auch schon beim Fotografen, dass das erstellte Bildmaterial individuell angefertigt werden kann und dem Auftraggeber exklusiv zur Verfügung steht. Je nachdem, wie komplex die Grafikarbeit ausfällt, werden die Kosten für die Arbeit eines professionellen Grafikers scvwanken. Gute Grafikleistungen sind ein hoch-kreativer Prozess, der einfach Zeit und Geld kostet.

Den eigenen Event für Videointerviews nutzen. (Quelle: SC-Networks)

3. Das erfahrene Kamerateam
Wenn Bewegtbildmaterial erforderlich wird, sucht man sich am besten ein kompetentes Kamerateam. Zum einen bringt das Team gleich die für verschiedene Aufnahmesituationen notwendige Technik mit – abhängig davon, wo und was gefilmt werden soll. Zum anderen verfügen diese Filmprofis auch über die notwendige Expertise, um hochwertiges Footage (also Film-Rohmaterial) herzustellen. Auch kann sich das Team um die Post-Produktion kümmern – also die Erstellung des finalen Videofilms mit Schnitt, Ton und Bildnachbearbeitung. Ein Nachteil eines Kamerateams sind die hohen Kosten und der hohe Zeitaufwand. Üblicherweise werden Film-Shootings vorab sehr gut durchgeplant und vorbereitet und auch die Durchführung nimmt gewisse Zeit in Anspruch. Die Nachbereitung bis zum finalen Video dauert dann auch noch einmal seine Zeit. Profi-Kameraleute werden vor allem engagiert, wenn es sich um die Themen Unternehmensfilme, Werbefilme für Produkte und Dienstleistungen, Interviews oder Veranstaltungsvideos dreht. Falls keine Realfilmaufnahmen gewünscht sind, sondern animierte Videos, kommen hier wieder Grafiker mit speziellem Video-Know-how ins Spiel.

Content braucht Bilder. (Quelle: Shutterstock)

4. Die offenen Datenbanken
Neben der Beauftragung erfahrener Fotografen, Grafiker oder Kamerateams gibt es auch die Möglichkeit, sich professionelles Bildmaterial bei offenen Bild- und Video-Datenbanken zu kaufen. Shutterstock, Fotolia, Pixabay, Gettyimages, Freepik und Videvo sind nur einige von unzähligen Möglichkeiten, für sehr wenig Geld und Aufwand Lizenzen für Fotos, Grafiken und Videomaterial von professionellen Künstlern zu erwerben. Gerade im Bereich „Schmuckbilder“ wird sehr gerne auf Datenbank-Bildmaterial zurückgegriffen. Ein grundlegender Nachteil der Nutzung von Datenbanken ist der Umstand, dass diese Bilder von sehr vielen Unternehmen eingesetzt werden – mitunter sogar von der eigenen Konkurrenz.

Gute Grafik ist ein Hingucker. (Quelle: SC-Networks)

5. Die künstlerischen Mitarbeiter
Viele Unternehmen setzen beim Thema Bildmaterial auch sehr gerne auf die eigenen Mitarbeiter. Insofern der Kollege ein Händchen fürs Fotografieren, eine ordentliche Ausrüstung und das Know-how für die abschließende Bildbearbeitung hat, ist dies eine Möglichkeit, sich den Profi-Fotografen zu sparen. Wichtig ist nur, dass am Ende ein qualitativ vergleichbares Ergebnis steht. Einige Mitarbeiter haben auch genug Kreativität im Blut, um originelle oder komplexe Grafiken zu entwickeln. Wenn dann zusätzlich noch die technische Versiertheit für Grafikprogramme vorhanden ist, um die Idee professionell zu digitalisieren, braucht es auch keinen externen Grafiker. Selbst die Erstellung von gutem Video-Material ist dank hochwertiger Digitalkameras und neuester Smartphone-Generationen mittlerweile nicht mehr ganz so kompliziert wie früher. Aber auch hier gilt: Je nach Einsatzzweck muss anderes technisches Zusatz-Equipment zur Verfügung stehen, um am Ende des Tages bei den Aufnahmen auch die erforderliche Qualität im Kasten zu haben. Schließlich sollen die professionellen Ergebnisse ja nach außen für die Professionalität des Unternehmens einstehen können. Die eigenen Mitarbeiter zu beauftragen, erscheint zunächst oft als die kostengünstigste Option – aber manchmal führt sie auch zu Resultaten, die kontraproduktiv sein können.

Best of Five
Ist es also besser, als Produzenten für sein Bildmaterial einen professionellen Fotografen, einen kreativen Grafiker, ein erfahrenes Kamerateam, eine offene Datenbank oder einen künstlerischen Mitarbeiter zu wählen? Letztlich hängt dies immer von verschiedenen Faktoren ab. Es wäre falsch, dies immer nur an den Kosten auszurichten. Ebenso wenig sollte dies eine „Eine-für-alles“-Entscheidung werden. Je nach Motiv, Einsatzzweck und den tatsächlich zur Verfügung stehenden Ressourcen (Zeit, Geld, Personal) ist es sinnvoll, jedesmal individuell darüber zu entscheiden, wie man sich im konkreten Fall gutes und passendes Bildmaterial verschafft.

Autor: Julia Schreiber

Consultant der Möller Horcher PR GmbH

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