Wie wichtig ist SEO für Agenturen?

Jessica Henke, 09.06.2020 ***

Quelle: Pixabay/FirmBee

Viele Agenturen nutzen Suchmaschinenoptimierung – Search Engine Optimization (SEO) – nicht zielgerichtet genug: Zu diesem Schluss kommt Markus Hoevener, Head of SEO und geschäftsführender Gesellschafter der auf SEO und SEA (Search Engine Advertising) spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. In seinem Buch „SEO für Agenturen“ thematisiert Hoevener, inwieweit dieses Thema wichtig für Agenturen ist – und wie es dabei helfen kann, Neukunden zu gewinnen. Wir haben die wichtigen Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

Eines ist gleich zu Beginn vorwegzunehmen: Kleine, minimale Änderungen an Ihrer Website sind für eine Suchmaschinenoptimierung nicht ausreichend. Immer wieder stößt man auf die Meinung, dass einige wenige, technische Korrekturen genügen, um die Auffindbarkeit einer Website bei Google zu verbessern. Früher war das vielleicht einmal möglich, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Wir möchten in diesem Beitrag ehrlich mit Ihnen sein: Effektive Suchmaschinenoptimierung ist mit hohem Aufwand verbunden.

Welche SEO-Basics gibt es?

Die wichtigsten SEO-Basics liegen in der Thematik SEO selbst begründet, denn am Anfang jeder Suchmaschinenoptimierung steht die Suchanfrage. Wenn Nutzer nicht nach Begriffen suchen, können sie diese nicht finden. Darunter fallen auf einer Agentur-Website Seiten wie „Impressum“, „AGB“, „Datenschutz“ oder auch die Team-Seite. Diese werden in der Regel nicht gesucht. Dahingegen sind Seiten, die beispielsweise die Dienstleistungen des Website-Betreibers beschreiben (Corporate Publishing, Relaunch-Beratung, Website-Texte etc.), deutlich interessanter. Für solche Begriffe gibt es ein Suchvolumen, das heißt, dass jemand nach diesen Wörtern sucht. Deshalb sollten diese Seiten bei der Priorisierung von suchmaschinenoptimierbaren Landingpages weit oben stehen.

Planen Sie einen Website-Relaunch?

Wenn Sie gerade dabei sind, den Relaunch Ihrer Website zu planen und Ihre Website neu zu strukturieren, ist folgende Vorgehensweise empfehlenswert: Erörtern Sie zunächst über Keyword-Datenbanken, welche Leistungen Nutzer häufig suchen und strukturieren Sie erst im Anschluss Ihre Website. Wenn Sie beispielsweise in einer Keyword-Datenbank (Google Keyword Planer, Bing Schlüsselwort Recherche, Answer The Public oder Keywordtool.io) zehn Begriffe finden, die verschiedene Dienstleistungen beschreiben, benötigen Sie dafür zehn verschiedene Landingpages und – ganz wichtig – eine Übersichtsseite, auf der Sie alle anderen Leistungsangebote verlinken. Keyword-Datenbanken sind Gold wert, denn mit ihnen können Sie eine kostenlose Marktforschung betreiben. Diese Tools ermöglichen es, zu prüfen, welche Suchbegriffe Nutzer eingeben. Oft werden Sie vermutlich feststellen, dass viele Ihrer Angebote sicherlich interessant für Sie selbst sind, aber dass niemand nach diesen Leistungen sucht. Das kann beispielsweise ein Angebot sein, dass Sie zwar sehr häufig verkaufen, wofür es aber im Internet einfach kein Suchvolumen gibt. Insofern ist diese Leistung für SEO uninteressant.

Komplexes Thema: Website-Texte

Website-Texte zu erstellen, ist die Königsdisziplin der Website-Optimierung. Denn es muss Ihnen gelingen, sich in so vielen Wörtern wie notwendig, aber so wenig wie möglich, zu präsentieren. Prinzipiell geht es darum, dass wenn man Sie beispielsweise unter „online marketing agentur wiesbaden“ finden soll, diese Wortkombination auch in Ihrem Website-Text vorkommen muss. Bis vor einigen Jahren war die Keyword-Dichte eines solchen Begriffs sehr wichtig – also wie häufig (aber nicht zu häufig!) ein Begriff innerhalb eines Textes verwendet wird. Das hat sehr oft dazu geführt, dass viele Unternehmen darüber die Qualität ihres Textes vernachlässigt haben, denn es reichte, Texte auf die Website zu stellen, die inhaltlich keinen Sinn ergaben. Ein sogenanntes Keyword Stuffing ist nicht mehr zeitgemäß. Wichtig: Es geht nicht (nur) um die Keyword-Dichte und nicht (nur) um die Textlänge. 500 Wörter sind nicht immer besser als 250 Wörter – oder andersherum. Wichtig ist vor allem die Qualität des Website-Textes. Selbstverständlich spielt auch eine gewisse Textlänge eine Rolle. Ein Text mit 15 oder 20 Wörtern reicht nicht aus, um ein Thema auf der Website zielführend vorzustellen – und relevant für die Suchmaschine zu sein. Und in gewisser Hinsicht ist auch die Keyword-Dichte wichtig: Wenn Sie einen Text von 1.000 Wörtern auf einer Landingpage haben und dann aber die Begriffe „online marketing“, „agentur“ oder „wiesbaden“ niemals verwenden, ist das nicht zielführend.

Was macht einen guten Website-Text aus?

Ob ein Text qualitativ hochwertig ist, entscheidet der Nutzer. Wenn er ihn als wertvoll betrachtet, wird dies auch für Google & Co. der Fall sein. Im Text sollten Sie berücksichtigen, sogenannte „Proof Keywords“ zu verwenden. Geht es beispielsweise um den Begriff „online marketing“, dürfen weitere Begriffe, die mit dem Thema Online-Marketing zu tun haben, im Text nicht fehlen. Sogenannte WDF*IDF-Tools helfen dabei, diese Proof Keywords zu finden. Oder Sie entscheiden sich dafür, einen guten Text zu schreiben, der inhaltliche Tiefe hat. Denn dann sind die Proof Keywords in den meisten Fällen ohnehin enthalten. Genau aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich bei der Text-Erstellung von einem Content-Profi unterstützen zu lassen. Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Website-Texte zu erstellen.

Warum ist es wichtig, Landingpages intern zu verlinken?

In der Regel besteht eine Website aus mehreren HTML-Seiten beziehungsweise Landingpages. Um es Google zu erleichtern, diese zu erfassen („crawlen“), ist eine interne Verlinkung dieser Seiten essenziell. Das bedeutet: Es muss möglich sein, über eine Folge von internen Verlinkungen (<a href=“seite.html“>) alle Seiten zu erfassen. In einigen Fällen kann dies zu einer Herausforderung führen, beispielsweise dann, wenn eine Agentur – so wie auch unsere – mehrere Standorte hat. Wer diese Standorte nur über eine Google Maps-Karte verlinkt, kann nicht davon ausgehen, dass Google die Standort-Seiten findet. Unterliegen Sie deshalb bitte nicht der Versuchung, auf Ihrer Website Ihr gesamtes Repertoire zeigen zu wollen, etwa, indem Sie ein umfassendes Navigationskonzept verwenden. Crawler-Tools, etwa Screaming Frog SEO Spider, ermöglichen es Ihnen, zu prüfen, ob Suchmaschinen alle Inhalte ohne Weiteres erfassen können. Wenn Sie Ihre Website überarbeiten oder neu entwickeln, sollten Sie schon bei der Konzept-Phase genau das berücksichtigen. Übrigens: Dass Sie Inhalte verlinken, ist unabdingbar. Es ist aber auch möglich, darüber hinaus zu optimieren. Etwa mit dem Menü der Website. Alle wichtigen Seiten sind über das Menü mit einem Ankertext zu verlinken, auf den die Seite optimiert wird. Vermeiden Sie also Begriffe wie „hier“ oder „mehr“. Wichtige Seiten sollten Sie über Ihr Menü verlinken, unwichtige können Sie gerne weglassen. Wenn Sie Ihren Umsatz durch 30 Leistungen generieren, von denen allerdings sechs die umsatzstärksten sind, dann ist es nicht notwendig, alle Leistungen zu verlinken. Sie sollten somit also die sechsumsatzstärksten Leistungen verlinken und innerhalb dieser sechs Links auf die weiteren Leistungen verweisen.

Warum ist die Startseite das Aushängeschild einer Website?

In der Regel finden Google-Nutzer bei ihrer Recherche die Startseite eines Unternehmens deshalb, weil sie nach der Firma suchen. Das ist auch richtig so. Ihre Startseite birgt allerdings noch ein deutlich größeres Potenzial. Deshalb sollten Sie sie auf relevante Suchbegriffe hin optimieren, die das gesamte Unternehmen beschreiben. Nicht selten suchen Interessenten nach einem Dienstleister, indem sie einen Standort und die Branche eingeben. Dies lässt sich auf der Startseite wie folgt umsetzen:

  • Wer sich auf eine Branche spezialisiert hat (für Möller Horcher beispielsweise IT und Hightech), der kann den Seitentitel „PR Agentur + IT + Hightech + XYZ Offenbach verwenden.
  • Wenn die Agentur ihren Sitz ausschließlich in einer größeren Stadt hat, könnte man damit im Seitentitel spielen „Die Werbeagentur für Berlin: XYZ“.

Diese Beispiele zielen nur auf den Seitentitel ab, also den Bereich, der in der Titelleiste des Browsers angezeigt wird. Das allein ist natürlich für eine gelungene SEO nicht ausreichend. Neben dem Seitentitel sollten Sie auch Meta Description, h1 und Content der Startseite auf die Suchbegriffe hin optimieren.

Quelle: Pixabay/Templune

Leistungen auf der Website beschreiben

Wie bereits erläutert, suchen viele Kunden bei Google konkret nach einem Unternehmen, beispielsweise in der unmittelbaren Umgebung des Firmensitzes. Häufig ist es aber auch üblich, dass sie nach konkreten Leistungen suchen, wie etwa Unterstützung in den Bereichen Lead Management, Content Marketing, Public Relations, oder beim Aufbau von Social-Media-Kampagnen. Wenn man Sie also über Ihr Leistungsangebot finden soll, sollten Sie auch hierfür entsprechende Landingpages anlegen. Berücksichtigen Sie dabei, dass eine allgemein gehaltene Seite mit dem Überblick über all Ihre Leistungen nicht hilfreich ist. Wenn Sie auf einer einzigen Seite 25 Leistungen beschreiben, werden Sie hierfür kein gutes Ranking bei Google erzielen. Zielführender ist es, eine Übersichtsseite für alle Leistungen zu erstellen, die auf die Detailseiten einer jeden Leistung verlinkt. Die einzelnen Leistungsseiten sollten dann inhaltliche Tiefe bieten, um in den Rankings möglichst weit oben zu erscheinen. Besonders wichtig ist, für diese Seiten eine detaillierte Keyword-Recherche betreiben. So können Sie identifizieren, nach welchen Leistungen Interessenten bei Google suchen. Eine Leistungsseite sollten Sie dann mit einer kurzen Einführung Ihrer Leistungen, den Stellenwert innerhalb Ihres Unternehmens, Prozessen, Modellen sowie konkreten Referenzen abbilden. Auch Content-Marketing-Inhalte wie E-Books oder Whitepaper können Sie auf diesen Landingpages anbieten. Ebenfalls hilfreich ist es, etwaige Trends oder Herausforderungen zu thematisieren. Ganz wichtig: Ein Call-to-Action sowie Kontaktdaten des entsprechenden Ansprechpartners in Ihrem Unternehmen sind auf diesen Seiten zwingend notwendig.

Warum ist SEO ein kontinuierlicher Prozess?

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Suchmaschinenoptimierung nicht um eine Aufgabe, die Sie mal schnell nebenbei und mit kleinen Verbesserungen erledigen sollten. Es geht niemals darum, dass Sie von jetzt auf gleich Ihre gesamte Website auf den Kopf stellen müssen. Vielmehr handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, etwa, indem Sie wöchentlich eine Landingpage optimieren. Ihr Ranking wird nicht durch Ihre Unternehmensgröße bestimmt. Vielmehr gilt es, das Internet ernst zu nehmen: Durch guten Content und starke Backlinks können auch Sie als kleines Unternehmen eine große Wirkung im Ranking erzielen. Wenn Sie nun interessiert sind an weiteren wertvollen Informationen zum Thema Suchmaschinenoptimierung für Agenturen, können wir Ihnen das Buch von Markus Hoevener empfehlen. Auch wenn sich dieses explizit an Agenturen richtet, können sicherlich auch andere Unternehmen von den hilfreichen Informationen profitieren, die Hoevener im Buch anhand exemplarischer Beispiele darstellt.

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