5 gute Gründe, warum Sie jetzt nicht auf PR verzichten sollten

Katja Dreißig, 28. April 2020 ***

Quelle: Pixabay / padrinan

Vieles hat sich in den vergangenen Wochen verändert und jedes Unternehmen ist individuell von den Entwicklungen aufgrund des Corona-Virus betroffen – von leichten Einschränkungen bis hin zum kompletten Stillstand des Geschäftsbetriebs. Dennoch ist es gerade jetzt nicht an der Zeit, die Kommunikation herunterzufahren. Das gilt auch für Pressearbeit, denn hier eröffnen sich derzeit neue Potenziale für B2B-Unternehmen – wie die fünf folgenden Argumente zeigen.

 

 

 

  1. Die gestiegene Mediennutzung erhöht die Sichtbarkeit für die eigenen Themen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Mediennutzung in Deutschland insgesamt zugenommen, so eine Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte. Insbesondere Nachrichten sind seither in jedem Format gefragt, wobei der Online-Bereich am meisten profitiert: Der Anteil täglicher Leser von werbefinanzierten Online-News stieg um 35 Prozent. Doch nicht nur seriöse Berichterstattung ist gerade jetzt von immenser Bedeutung, wie die Abonnement- und Zugriffszahlen etwa für die Börsenzeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und Die Zeit zeigen. Der Informationsbedarf ist dieser Tage einfach besonders hoch. Der Journalismus gehöre eben auch zum „systemkritischen Bereich“, bringt es Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Verlags und Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) auf den Punkt. Auch Rezipienten von Fach- und Branchenmedien haben jetzt einen spezifischen Informationsbedarf und unter Umständen auch etwas mehr Zeit, diese zu konsumieren. Für B2B-Unternehmen ist dies die Gelegenheit, jetzt mehr Leser in Fach- und Branchenmedien oder Hörer von fachlichen Podcasts zu erreichen.

  1. Mehr Aufmerksamkeit durch weniger Konkurrenz.

Während die Mediennutzung zunimmt, sind mit Beginn der Krise viele Unternehmen zurückhaltend in ihrer Kommunikation geworden. Nicht ohne Grund klagen Verlage und Medienhäuser über sinkende Umsatzzahlen, wegfallende Werbeerlöse und fehlendes Veranstaltungsgeschäft. B2B-Unternehmen, die jetzt aktive Pressearbeit leisten, haben durch diese Form der antizyklischen Kommunikation gute Chancen, ihre Themen in den relevanten Medien zu platzieren und mit ihrem Know-how im redaktionellen Kontext sichtbar zu sein. Darüber hinaus dürfte die Konkurrenz weniger stark vertreten sein als sonst. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, mehr Aufmerksamkeit von der Leserschaft und der eigenen Zielgruppe zu erhalten.

  1. Medien stützen eine professionelle und vertrauensvolle Kommunikation.

Kommunikation ist jetzt wichtiger denn je! Um Kunden und Interessenten weiterhin zu erreichen und den Kontakt zu Kunden aufrechtzuerhalten, spielen die eigenen Kanäle zwar eine zentrale Rolle. Aber die Pressearbeit kann hier einen wirkungsvollen Beitrag leisten. Eine positive Reputation aufrechtzuerhalten, sich als Experte auf seinem Gebiet zu behaupten und die eigene Marke zu stärken, sind wichtige Maßnahmen, um zu demonstrieren, dass das Unternehmen stabil ist. Das schafft Vertrauen bei den Stakeholdern. Hier gilt es, sich auch die Glaubwürdigkeit und Reichweite renommierter Medien zunutze zu machen. Demzufolge sollten B2B-Unternehmen PR jetzt nicht vorschnell von ihrer Agenda streichen. Denn es gibt auch eine Zeit nach Corona. Eventuell finden sich sogar augenblicklich die Ressourcen, um den passenden Content für kommende Themenschwerpunkt in den Medien vorzuproduzieren. Denn nach der ersten Schockstarre hält das Daily Business in vielen Unternehmen und Branchen langsam wieder Einzug – auch bei den Kunden.

  1. Journalisten brauchen nach wie vor gute Themen.

Auch wenn Corona als Thema bei Fach- und Branchenmedien gerade sehr dominant ist und einige Medien spezielle Corona-Dossiers für ihre Leserschaft oder Branche veröffentlichen, halten viele auch an ihrer ursprünglichen Themenplanung fest. Unserer Erfahrung nach gibt es nur minimale Abweichungen, besonders hinsichtlich der Messevorberichterstattungen. Daher brauchen die Redaktionen auch weiterhin relevante Beiträge für ihre Themenfelder und geplanten Specials fernab von Corona. Für B2B-Unternehmen besteht jetzt eine gute Möglichkeit, ihre Fachthemen und News zu platzieren. Oft habe ich in den letzten Wochen im Kontakt mit den Journalisten den Satz gehört: „Danke, endlich mal ein Themenangebot, das nichts mit Corona zu tun hat.“

PR jenseits von Corona findet also auch Anklang. Dennoch empfiehlt es sich zunächst die geplanten PR-Maßnahmen und Kampagnen für 2020 auf den Prüfstand zu stellen und auch hinsichtlich eigener Veränderungen, etwa in der Unternehmensausrichtung oder Vertriebsstrategie, anzupassen. Bei Corporate News zu Personalien, Partnerschaften oder Umsatzzahlen ist es ratsam, zu überprüfen, ob gerade der richtige Zeitpunkt ist, um die Botschaft bei der eigenen Zielgruppe zu platzieren. In der Regel sind solche Themen in den meisten Branchen allerdings eher unkritisch. Auch fachliche und nutzwertige Themen sind nach wie vor gefragt und zahlen auf die Unternehmensziele ein – Stichwort: Thought Leadership. In Sachen Produktkommunikation scheiden sich zwar die Geister, doch grundsätzlich spricht nichts dagegen, auf Produkte oder Leistungen hinzuweisen – sofern nicht der Eindruck entstehen kann, das Unternehmen wolle damit nur Profit aus der Krise schlagen. Wer daher sein Produkt oder seine Dienstleistung in einen für seine Zielgruppe passenden sowie fachlich relevanten Kontext setzt, hat gute Chancen, sowohl bei den Medien als auch bei der Zielgruppe, zu punkten.

  1. Corona kann auch ein Aufhänger sein – muss aber nicht.

Natürlich sollten B2B-Unternehmen nicht so weitermachen, als gäbe es keine Krise. Hier gibt es aber keine One-Fits-All-Strategie, da jede Branche unterschiedlich von Corona betroffen ist. Deshalb sollte die Themenauswahl, darunter auch das Wording, wohlüberlegt und angemessen erfolgen, um nicht an der Zielgruppe vorbei zu kommunizieren. Reißerische Botschaften sind ebenso tabu wie die Situation zu verharmlosen oder gar ungeprüfte Fakten zu verbreiten. Das Virus und seine Auswirkungen können und dürfen durchaus ein Aspekt oder Aufhänger sein, wenn es beispielsweise darum geht, eine Einschätzung für die Branche zu geben oder mit nutzwertigem Content wie Ratgeberbeiträgen und Checklisten Tipps und Hilfestellung zu geben, wie man die aktuelle Situation und die Zukunft meistern kann. Unternehmen, die zudem mit aussagekräftigem Datenmaterial, etwa durch die Auswertung ihrer Kundendaten, Entwicklungen belegen können, liefern Journalisten damit hilfreichen Input für Ihre Berichterstattung – Stichwort Daten-PR. Nur wer wirklich etwas zur aktuellen Situation zu sagen hat, sollte das tun. Die Krise aber auszunutzen, um sich zu profilieren, ist nicht empfehlenswert.

Worauf es wirklich ankommt

Generell gilt: Pressearbeit ist und bleibt ein Teil im Kommunikationsmix und ein wichtiger Baustein jeder integrierten Kommunikation – besonders in Zeiten der Krise. Schließlich ist jetzt mehr denn je wichtig, wie Unternehmen sich positionieren und medial sichtbar sind. Es ist nach wie vor empfehlenswert, sich vor allem auf die aktuellen Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppe zu fokussieren: Ob Produktlaunch, Image-Kampagne oder Whitepaper – nicht alles sollte man sofort auf Eis legen, aber aufgrund der aktuellen Situation zumindest hinterfragen. So lässt sich herausfinden, ob das Thema zu verschieben, oder nur anzupassen ist. Manchmal genügt schon eine kleine Veränderung im Wording, um den passenden Ton zu treffen und sich mit den richtigen Themen zu positionieren.

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