Sind Sie bereit für die neuen Google Quality Rater Guidelines?

Jessica Baum, 13.11.2018 ***

Quelle: Pixabay

Haben Sie es schon mitbekommen? Google hat erneut seine Quality Rater Guidelines aktualisiert. Sie wissen nicht genau, was die Quality Rater Guidelines sind? Und von den Quality Raters haben Sie bisher eigentlich auch noch nichts gehört? Dann erfahren Sie in diesem Blogbeitrag mehr dazu.

Dass es schon seit vielen Jahren absolut notwendig ist, die Website nach gewissen SEO-Richtlinien anzupassen, ist vielen Unternehmen bewusst. Das Problem allerdings: Wie genau diese Richtlinien aussehen, weiß niemand. Seit einiger Zeit geht Google jedoch dazu über, seine sogenannten Quality Rater Guidelines zu veröffentlichen. Somit gibt es für Unternehmen gewisse Anhaltspunkte, an die Sie sich halten können. Müsste man zumindest meinen. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus.

Wer oder was ist ein Quality Rater?

Zugebenermaßen kenne ich mich persönlich mit SEO ganz gut aus. Ich habe schon sehr häufig in meinen vorherigen Tätigkeiten als Content Managerin SEO-optimierte Texte geschrieben – beispielsweise für Produkte, Produktkategorien oder Landingpages. Doch viele Begriffe in der SEO-Landschaft sind auch mir neu, so auch die sogenannten Quality Rater. Dabei handelt es sich um von Google angestellte Personen, die sich Suchergebnisse anschauen. Anders als vermutet arbeitet der Google-Algorithmus also nicht allein, sondern es gibt tatsächlich Menschen, die Ergebnisse bewerten. Dafür wiederum benötigen sie Bewertungskriterien. Schließlich können sie ja nicht einfach nach eigenem Gutdünken und einem eigenen System Noten vergeben. Genau dafür gibt es die Quality Rater Guidelines. Eigentlich richtet sich das von Google freigegebene Dokument also gar nicht an Personen oder Unternehmen, die ihre Website optimieren wollen, sondern vielmehr an die eigenen Mitarbeiter. Deshalb ist auch nicht alles davon für Sie interessant oder relevant.

Warum gibt es dieses Dokument?

Bis vor einigen Jahren hat Google ein großes Geheimnis um die Richtlinien gemacht. Erst als ein Dokument geleakt wurde, hat sich Google schließlich doch dazu entschlossen, es zu veröffentlichen. Doch was bringt es, dieses Dokument zu nutzen? Schließlich beinhaltet es nichts anderes als die Vorgaben, wie die Suchergebnisse zu bewerten sind. Das soll jetzt Unternehmen also dabei helfen, herauszufinden, was genau guter Content bedeutet? Einen ganz wesentlichen Unterschied gibt es nämlich: Quality Rater und der Google-Such-Algorithmus haben nichts miteinander zu tun. Ob man durch die Quality Rater eine gute oder schlechte Bewertung erhält, ist für das Ranking in Google unerheblich. Es handelt sich bei den durch die Quality Rater vergebenen Bewertungen lediglich um Daten, mit denen Google in der Lage ist, zu testen, ob der Algorithmus bei der Bewertung von Websites funktioniert. Die Ratings an sich sind für niemand einsehbar. Wobei es natürlich von vielen Personen die Forderung gibt, dass Google diese Daten doch bitte auch veröffentlichen soll. Fraglich, ob das jemals passieren wird. Eines ist allerdings wichtig zu wissen: Das, was in dem Dokument enthalten ist, stellt den Anspruch dar, den Google algorithmisch durchsetzen will. Das bedeutet für Sie, dass Ihr Content also trotzdem diesen Ansprüchen gerecht werden sollte. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch nicht, dass Sie, nur weil Sie diese Anforderungen erfüllen, automatisch bessere Rankings erzielen.

Aber was bedeutet das jetzt für Sie?

Vermutlich haben nur die wenigsten Menschen Zeit und Lust, dieses umfangreiche Dokument von Google genau zu studieren. Es umfasst rund 165 Seiten. Doch es ist auch nicht notwendig, alles zu lesen. Denn die wesentlichen Änderungen zu der Vorversion schlüsseln wir gerne für Sie auf:

  1. Content mit ‚Benefical Purpose‘

Dies ist ein Aspekt, der definitiv an Bedeutung gewonnen hat. Man kann es in etwa übersetzen mit: Content, der den Nutzern hilft. Wenn die Quality Rater also eine Website untersuchen, sollen sie genau diejenigen schlecht bewerten, die nicht hilfreich sind. Natürlich liegt es immer im Auge des Betrachters, was nun wirklich nützlich ist, oder eben nicht. Primär zielt Google hierbei wohl darauf ab, die Inhalte positiv zu bewerten, die tatsächlich einen Mehrwert für Nutzer darstellen. Dabei spielt nicht nur das eine Rolle, sondern der Inhalt muss auch zu der restlichen Website passen. Wir sind uns sicher, dass es hierbei auch sehr hilfreich ist, wenn Sie sich als Experte zu einem Thema positionieren, das ihre Buyer-Persona anspricht und zu dem Sie beispielsweise über Ihre Website durch E-Books, Checklisten oder Whitepaper Ihr Fachwissen bereitstellen.

  1. Your Money of Your Life

Natürlich ist nicht nur die Textqualität wichtig, sondern darüber hinaus wird seitens der Quality Raters auch nach den Themengebieten geschaut, über die man schreibt. YMYL – die Abkürzung von Your Money of Your Life – bedeutet, dass Google besonders Themen gut bewertet, die einen hohen Geldeinsatz bedingen oder sich direkt auf das Leben beziehen. Darunter fallen beispielsweise Themengebiete wie Gesundheit, Finanzen oder auch Sicherheit. Dabei behauptet Google allerdings, dass Nicht-YMYL-Themen nicht weniger gut bewertet werden wie YMYL-Themen. Eine klare Abgrenzung zwischen diesen Themengebieten zu schaffen, ist allerdings nur schwer möglich.

  1. Die Expertise des Content-Erstellers

Dass man auf der Website nicht jeden x-beliebigen Content veröffentlichen sollte, ist sicher jedem klar. Ein weiterer Aspekt, der neu hinzugekommen ist, ist EAT, was für Expertise, Authoritativeness sowie Trustworthiness steht, also Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist also nun auch wichtig, wer den Content erstellt hat. Beim Thema Expertise wird durch die Quality Raters demnach geschaut: Hat der Content-Ersteller überhaupt die notwendige Expertise? Schreibt auch tatsächlich ein Mediziner über medizinische Themen oder ein Jurist über entsprechende Themengebiete? Die Quality Rater sind während ihrer Überprüfung sogar dazu angehalten, sich entsprechende Bewertungen über den Ersteller anzuschauen. Das wirkt sich insbesondere bei YMYL-Themen aus: Wenn jemand eine schlechte Reputation in diesen Themengebieten hat, dann wird er auch in anderen Themengebieten schlecht abschneiden. Zumindest bei den Quality Rater Guidelines.

Ob Google diese neuen Quality Rater Guidelines auch tatsächlich so umsetzen wird, ist und bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Aber in vielen Bereichen in der Suchmaschinenoptimierung versuchen Unternehmen, eine Best Practice Einstellung zu übernehmen. Deshalb werden Dinge ausprobiert und wenn sie dann – hinsichtlich des Rankings in den Suchergebnissen – nicht funktionieren, dann bieten die Contents immerhin einen Nutzen für die Website-Besucher. Wird im SEO-Bereich wirklich alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird? Wie sehen Sie das? Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung zu diesem Thema.

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