Warum Kommunikation einen Schritt nach vorn und zwei zurück tun muss

blogbeitrag_gh_trend-2017Moderne Kommunikationstechnologie und -kanäle dürfen nie Selbstzweck sein – am Ende geht es darum, den Menschen zu erreichen: Gute B2B-Kommunikation ist immer eine Business-to-Person-Kommunikation.

Ein Schritt nach vorn und zwei zurück? Das kann doch nicht mein Ernst sein, denken Sie? Gerade unter den Bedingungen der wachsenden Online-Kommunikation und der umfassenden Digitalisierung scheint es doch schon fast sträflich, wenn Kommunikation nicht alle Optionen nutzt, die ihr durch neue Technologien eröffnet werden. Aber denken Sie einmal daran, wozu wir Kommunikationstechnologie überhaupt nutzen: der Technologie wegen, oder doch deshalb, weil es am Ende Menschen sind, die wir erreichen wollen?

Es klingt vielleicht paradox: Aber wer einen Schritt nach vorn und zwei zurück tut, kommt manchmal schneller und sicherer ans Ziel als der, der losstürmt und jedem Trend hinterherhechelt wie der Hund der Wurst. Natürlich streben auch wir als Kommunikationsagentur nach immer besseren Methoden im B2B-Marketing. Die Technologien bieten uns auch immer neue und spannende Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, es entstehen immer mehr Kommunikations-Kanäle und es gibt für die B2B-Kommunikation immer mehr Wege, die verschiedenen Zielgruppen, die Buying-Center oder die Personas zu erreichen. Aber seien wir ehrlich: Glauben wir ernsthaft, dass sich durch die Technik die psychologischen Grundlagen der menschlichen Kommunikation verändert hätten?

Ob es um Inbound- oder Outbound-Maßnahmen geht, um mehr Sichtbarkeit oder um konkrete Lead-Generierung in Paid-, Earned- oder Owned Media – letztlich ist immer entscheidend, dass der Content für die Menschen, die er erreichen soll, relevant ist. Er muss zuerst bei ihnen ankommen und sie dann auch überzeugen. Natürlich muss Content dazu in den Kontext des jeweiligen Kanals passen. Manchmal muss er sogar eigens für diesen Kanal erstellt sein: Wenn die meisten Online-Redaktionen inzwischen großen Wert auf Unique Content legen, ist das absolut nachvollziehbar. Online-Fachportale werden nur dann als hochwertig eingeschätzt und als Autorität betrachtet, wenn sie sich durch ihr spezifisches Themenspektrum und ihr detailliertes Know-how vom medialen Einheitsbrei abheben.

Dass Menschen Informationen besser aufnehmen, wenn sie dabei Spaß haben – das hat sogar die Pädagogik erst relativ spät verstanden. Heute weiß man natürlich: Lernen muss Spaß machen. Bei Fachinformationen ist das nicht anders. Menschen lassen sich viel besser und nachhaltiger überzeugen, wenn der Content gleichzeitig unterhaltsam und informativ ist. Darum will heute auch die B2B-Kommunikation mit tollem Bildmaterial und Bewegtbild-Inhalten gewürzt sein. Dennoch darf man nie vergessen: Es geht nie darum, einfach nur Kanäle zu bedienen und Technologien zu nutzen, sondern darum, Menschen zu erreichen. So ist auch jede Business-to-Business-Kommunikation – egal in welchem Medium – am Ende eine Business-to-Person-Kommunikation. Der Mensch entscheidet.