Drei Fragen an unsere Redakteurin und Großbritannien-Fanatikerin Tatjana

Seit 2015 haut Tatjana fleißig für Möller Horcher in die Tasten. Warum ihr vor allem E-Books Spaß machen, welche Tipps sie dafür parat hält und wieso sie ein so enges Verhältnis zu den Britischen Inseln hat, verrät sie im Interview.

Als Mitglied der Möller Horcher-Redaktionscrew bist du für die Erstellung von Content zuständig. Eine der wichtigsten und zugleich auch anspruchsvollsten Textformen in der B2B-Kommunikation ist das E-Book. Welche Herausforderungen gibt es bei der Erstellung von E-Books? Und verrätst du uns diesbezüglich ein paar Geheimtipps?
E-Books gehören ja mittlerweile zu meinen Lieblingsprojekten, weil man sich dabei noch mehr in ein Thema vertiefen und als Redakteur „austoben“ kann. Bei einem Projekt dieser Größe ist strukturelles Vorgehen das A und O. Bevor man überhaupt beginnt, den Fließtext zu schreiben, muss ein gut durchdachtes Konzept stehen. Im ersten Schritt klärt man die wichtigsten Fragen mit dem Kunden: Um welches Thema soll es gehen? Welche Aspekte sind wichtig? Wer ist die Zielgruppe? Und was genau soll das E-Book vermitteln? Nachdem die Basisfragen geklärt sind, beginne ich mit der Recherche. Ich sichte mein Material, ordne es und notiere mir direkt meine Ideen – auch wenn sie womöglich erst zu einem späteren Zeitpunkt von Bedeutung sind. So erstelle ich Schritt für Schritt ein fundiertes und rundes Konzept für das E-Book. Im Grunde stecke ich direkt am Anfang die meiste Arbeit hinein, denn es ist wichtig, dass der Kunde sich genau vorstellen kann, wie sein E-Book am Ende aussieht. Sobald das Konzept abgesegnet ist, kann ich meine Stichpunkte nach und nach ausformulieren und mich an meinem vorab erstellten Gerüst entlang hangeln. Die Ideenflut bei einem E-Book-Projekt ist sehr groß. Deshalb mein Tipp: Wirklich jeden noch so kleinen Gedanken sofort notieren, damit er nicht verloren geht. Das können Querverweise im Fließtext, eine noch fehlende Information oder auch Ideen für kürzere, themenverwandte Texte im Sinne von Content Recycling sein.

Jeder in der Agentur weiß, dass du ein ganz besonders inniges Verhältnis zu den Britischen Inseln hast. Nicht nur, dass du einmal jährlich persönlich in London vorbeischaust, du hast nach deinem Studium auch in „Great Britain“ gearbeitet. Wie ticken denn die Inselbewohner so im Vergleich zu uns Deutschen – vor allem in Bezug auf Medien und die Kommunikation im Allgemeinen?
Also in Klischees möchte ich natürlich nicht sprechen, aber tatsächlich liebe ich die Briten dafür, dass sie vieles entspannter angehen als wir Deutschen. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, aber es ist eine stärkere „Das-ist-halb-so-wild-und-wird-schon-werden“-Mentalität, der ich dort begegnet bin. Ansonsten fasziniert mich dieses Land einfach. Die Geschichte, die Kultur, die Sprache – da fühle ich mich absolut wohl. Was die Kommunikation betrifft: Ich würde sagen, im Alltag sind die Briten weniger direkt als die Deutschen und halten sich in Konfrontationen oft diplomatisch zurück. Aber wie gesagt, man kann nicht alle Deutschen oder alle Briten in einen Topf werfen. Was PR und Medien angeht, kann ich rückblickend keinen großen Unterschied zu Deutschland feststellen. Als ich 2014 in London lebte und für eine kurze Zeit die PR einer Sprachschule unterstützte, standen vor allem Social Media, aber auch „klassische“ Formate wie Flyer im Fokus, um einen neuen Sprachkurs zu promoten. Auch bei Möller Horcher texten wir für sämtliche Social-Media-Kanäle und betexten Flyer und Broschüren. Also war meine Zeit in England durchaus eine gute Vorbereitung.

Stell dir vor, du könntest eine Zeitreise machen an jeden beliebigen Ort in diesem Universum und in jede mögliche Epoche – egal, ob Vergangenheit oder Zukunft und für eine beliebig lange Zeit. Wo würde ich dich finden und warum?
Ich würde vermutlich tatsächlich wieder nach England reisen – und zwar ins Elisabethanische (1558-1603) oder Viktorianische Zeitalter (1837-1901). Beides waren besonders wichtige Epochen in der britischen Geschichte. Würde ich ins „Goldene Zeitalter“ von Elisabeth I. reisen, würde man mich wohl in Shakespeares Theater oder auf dem Hofe Heinrichs VIII. finden – auch wenn ich dann sämtlichen Intrigen aus dem Weg gehen müsste, um nicht im Tower oder kopflos zu enden. Das Viktorianische Zeitalter war eine Zeit großer Ereignisse und Umbrüche: die Industrielle Revolution, die Eröffnung der London Underground, die Great Exhibition in London. Auf jeden Fall würde ich aber Charles Dickens für ein Interview aufsuchen. Zum einen war er als Gesellschaftskritiker seiner Zeit weit voraus und zum anderen wurde er als Autor gefeiert wie heute nur noch Popstars. Das würde ich ja schon zu gerne mal sehen.