Kommunikationskongress 2016: Highlights #subjektiv

Wie soll man ein Fazit für eine Veranstaltung ziehen, bei der 72 Vorträge, Workshops und Diskussionen parallel stattfinden, sodass man nur sieben davon persönlich live erleben kann? Trotz #kk16 Twitter-Feed auf dem Smartphone-Second-Screen und Austausch mit anderen während der Pausen: Es bleibt nur die höchst subjektive Perspektive. Demzufolge also meine drei ganz persönlichen Highlights in Sachen #Gänsehaut-Moment, #Inspiration und #Begegnungen. Für alle, die mehr erfahren wollen: Eine umfassende Dokumentation und Bilderstrecken gibt es unter http://www.pressesprecher.com/dossier/kommunikationskongress.

kommunikationskongress2016_em_mdgloriamartins_highlight-1Highlight Nr. 1: Der Held aller Pressesprecher #Gänsehaut-Moment
Wie kommt es, dass einer, der aussieht wie Harry Potters Papa, über Nacht (im wahrsten Sinne des Wortes) zum bekanntesten und anerkanntesten Pressesprecher Deutschlands wird? Und zum vermutlich einzigen deutschen Polizisten mit eigener Facebook-Fanpage? Weil er klare Ansagen gemacht hat, Ruhe und Kompetenz ausstrahlte und sachlich informiert hat, während alle um ihn herum medial hyperventiliert haben.

Auf dem kk16 habe ich rechtzeitig einen Platz in der zweiten Reihe ergattert, keine drei Meter von Marcus da Gloria Martins entfernt. Der Raum ist schnell voll, Leute stehen, sitzen auf dem Boden – alle wollen den Pressesprecherhelden sehen. Der sich selbst gar nicht so sieht, erstaunlich offen auch von Fehlern und Pannen berichtet und immer wieder auf die Leistung seines Teams verweist.

Er berichtet, welche Unsicherheiten es in dieser Nacht hinsichtlich des Social-Media-Einsatzes gab, und von der Unmöglichkeit, aufgrund der schieren Menge an Beiträgen und Interaktionen jederzeit einen vollständigen Überblick zu behalten. „Das hätte uns auch richtig um die Ohren fliegen können“, sagt er rückblickend. Ist es aber nicht. Die Münchner haben in einer Krisensituation den Mut und die Fähigkeit gehabt, ihre Kommunikationsstrategie, basierend auf den drei Säulen „Fakten“, „Empathie“, „Interaktion“, konsequent umzusetzen. Dafür wurden sie völlig zu Recht abends im Admiralspalast mit dem Sonderpreis des BdP ausgezeichnet. Begleitet von Standing Ovations und kollektiver Gänsehaut.

Learning: Je höher die emotionalen Wellen schlagen und je größer die allgemeine Aufregung, desto wichtiger ist: Nerven behalten, sachlich und authentisch bleiben.     

kommunikationskongress2016_em_pechakucha_highlight-2Highlight Nr. 2: Die Entdeckung von Pecha Kucha #Inspiration
Muss man auf den Kommunikationskongress fahren, um das Präsentationsformat Pecha Kucha kennenzulernen? Nein, natürlich nicht. Aber für mich war es das erste Mal, dass ich diese Vortragsart live erlebt habe – und jetzt bin ich ein Fan. Die Vorgaben sind denkbar einfach: 20 Folien, jede davon nur 20 Sekunden sichtbar, möglichst ohne Text. Das Resultat: Kurzweilige, pointierte Präsentationen/Vorträge, die nicht länger als knapp sieben Minuten dauern. Und die viel mehr Spaß machen als die – leider immer noch weit verbreiteten – textlastigen Begleit-Scripte zu ausufernden Monologen.

Doch nicht nur das Format hat mich begeistert, auch die Inhalte waren spannend: Zum Thema „Kommunikationstrends 2017“ präsentierten Absolventen der Quadriga Hochschule die Trends „Databased PR“, „Visuelles Publizieren“ und „Diskutieren mit Trollen“. Vermutlich zur Enttäuschung der Trolle – und zur Erleichterung der Social-Media-Verantwortlichen – landeten diese beim abschließenden Publikums-Relevanzvoting abgeschlagen auf Platz 3. Die Herausforderung des visuellen Publizierens wurde knapp vor dem „Was-mit-Zahlen“-Thema als wichtigster Trend eingestuft.

Learning: In der Kürze liegt tatsächlich die Würze. Jetzt muss ich das Pecha-Kucha- Format nur noch irgendwie als Standard für interne Agentur-Präsentationen durchsetzen…

kommunikationskongress2016_em_programm_highlight-3Highlight Nr. 3: Überraschende #Begegnungen
Nicht zu Unrecht wird der Kommunikationskongress auch als „größtes Klassentreffen der Branche“ bezeichnet – man kennt sich, man trifft sich, man tauscht sich aus. Was bei mir eine gewisse Skepsis auslöste, nachdem ich ­– ohnehin schon die einzige Vertreterin unserer Agentur – erfahren hatte, dass keiner meiner beruflichen Kommunikations-Bekannten ebenfalls in Berlin sein würde. „Erstens ist Kommunizieren dein Job und zweitens triffst du ganz bestimmt irgendjemanden“, konterte eine Kollegin meine düstere Vision vom einsamen Loner auf der Speakersnight. Sie sollte recht behalten. Einfach während der Vortragspausen an einen der Stehtisch stellen – und schon trifft man alte Uni- und Tennisclub-Bekannte und plaudert angeregt mit Award-Nominees. In der nächsten Pause, am nächsten Stehtisch, fand ich mich plötzlich neben der Vertreterin einer Veranstaltungslocation wieder, auf der ich vor über einem Jahr das beste Dessert ever (!) gegessen habe. Die Gelegenheit, sie – nach vielen Komplimenten für Location und Catering – auf einen unbeantworteten Tweet aufmerksam zu machen, in dem ich damals nach dem Rezept gefragt hatte. Sie hat mir gleich zugesichert, dass sie sich persönlich bei den Küchenchefs dafür einsetzt, dass ich das Rezept doch noch bekomme… (und ganz ehrlich, alleine dafür hätte sich die Berlin-Reise gelohnt!)

Learning: 1) Irgendjemanden trifft man tatsächlich immer (wieder). 2) Meine Kollegin Katja hat recht – siehe 1).