Learnings vom SEO-Workshop: Die guten alten Zeiten sind vorbei!

6-webgrafik-512px-webIm Google-Zeitalter ist für uns als Kommunikationsagentur selbstverständlich, dass wir uns in Sachen Suchmaschinen-Optimierung immer auf den aktuellen Stand bringen. Also, ab zum SEO-Workshop nach Frankfurt!

Als uns vor ein paar Wochen die Einladung des BIEG Hessen und der IHK Frankfurt zum SEO-Workshop erreichte, war für meinen Kollegen Christian Banetzke und mich klar: da müssen wir hin! Die angeteaserten Vorträge klangen vielversprechend – vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Relaunch unserer eigenen Website und die Kommunikationsarbeit für unsere Kunden. Der gut gefüllte Konferenzraum mit mehr als 200 Teilnehmern zeigte dann: Wir sind nicht die einzigen, die dem Thema SEO ihre Aufmerksamkeit schenken.

SEO-Workshop_IHK_3Google lässt sich nicht mehr austricksen
Der erste Referent Markus Hövener, Head of SEO bei bloofusion und Chefredakteur des SEO-Magazins suchradar, bestätigte die Erkenntnisse in meinen letzten Blogbeitrag zu den Rankingfaktoren 2015: SEO ist nicht tot, nur anders. Es gibt über 200 Rankingfaktoren und davon 50 Variationen – Google durchschauen und dadurch austricksen zu wollen, ist vergebliche Müh. Stattdessen, so Hövener, müssen die technischen Basics stimmen. Diese werden inzwischen von jedem Content-Management- und Shop-System mitgeliefert. Zudem sollten die Struktur der eigenen Website und die Navigation gut durchdacht sein, da man hier gezielt Einfluss auf das Ranking nehmen kann. Laut Google entspricht jeder Hauptnavigationspunkt auf der Website 100 Prozent, jeder Unterpunkt bekommt weniger Prozentpunkte. Man muss sich demnach genau überlegen, ob und wie viele Unterkategorien man erstellt oder ob man seine Top-Produkte bzw. -Leistungen direkt auf der Startseite platziert. Die gerade so hippen Onepager sind laut Hövener durch ihre monothematische Struktur aus SEO-Sicht eher unvorteilhaft.

Google versteht – aus dem Kontext heraus
Seit dem Hummingbird-Update – Stichwort Semantik – versteht die Suchanfragen des Nutzers Google immer besser. Das ist auch wichtig, da die User heute ganz anders suchen als noch vor 5 Jahren. Für ein optimales Suchergebnis aus Usersicht macht es heute keinen Unterschied mehr, ob der Suchende „Gulasch Gewürze“ oder „Gewürze Gulasch“ eingibt. Auch Singular bzw. Plural oder verschiedene Schreibweisen eines Begriffs spielen keine Rolle mehr. Google erkennt die Zusammenhänge aus dem Kontext heraus. Daher lohnt es sich für Unternehmen mehr denn je, in interessanten und gut lesbaren Content zu investieren.

Guter Content, besserer Content
Die Qualität der Website und der Texte muss die Erwartungsmatrix („WDF*IDF“-Analyse) von Google erfüllen. Prüfen lässt sich das zum Beispiel mit dem von Google bereitgestellten Fragenkatalog. Hövener meint: Lieber einen umfassenden, langen Artikel schreiben, als drei schlechte, kurze Texte. Der eigene Content muss einfach viel besser sein als der der Wettbewerber. Klingt nach einer enormen Herausforderung, ist aber gar nicht so schwer, wenn man über Themen schreibt, für die man selbst Fachmann ist, und man die Texte gut strukturiert und lesergerecht aufbereitet. Letztlich, so Hövener, hat der Nutzer das letzte Wort in Sachen Ranking. Das heißt, das Suchergebnis muss überdurchschnittlich oft angeklickt werden und der User muss möglichst lange auf der Seite bleiben ohne zurückzuspringen. All diese Indikatoren definiert Google in seinen Quality Rater Guidelines als E-A-T bzw. „high level of expertise/ authoritativeness/ trustworthiness“.

Keyword-Recherche bleibt wichtigstes Basic für SEO-Kampagnen
Die Keyword-Recherche ist und bleibt die Grundlage für eine effiziente SEO-Kampagne, so Thomas Schaller von Abakus zum strategischen Keywording. Ohne die richtigen Suchwörter zu kennen, kann man nicht die richtigen Inhalte bereitstellen und letztlich von Nutzern gefunden werden. Schaller rät vor allem zur Optimierung bei den Mid-Tail- und Long-Tail-Keywords, um eine möglichst hohe Conversion zu erreichen. Bei der Keyword-Recherche helfen diverse Tools, wie z.B. Google Suggest und Google Trends, oder auch schon ein internes Brainstorming mit einfachen Fragen wie: Mit welchem Begriff würdet ihr suchen? Wie würdet ihr unser Produkt bzw. Dienstleistung einem Blinden erklären? Auch ein Blick auf die Webseiten der Konkurrenz kann nicht schaden. Bei der Auswertung und Priorisierung der gesammelten Begriffe bietet der Google AdWords Keyword-Planer eine wirkungsvolle Unterstützung. Kriterien für die Bewertung sind die Suchintention, das eigene Ranking oder auch Produktmargen.

SEO-Workshop_IHK_2Der Pinguin mag keinen Link-Spam
Den letzten Vortrag zum Thema Linkaufbau 2016 startete Referent Thomas Kilian von der Thoxan GmbH mit einer Schweigeminute für den Page Rank. Hintergrund: Der Algorithmus, der auf Basis der Linkpopularität Grundlage für die Bewertung von Websites war, wurde im März von Google endgültig begraben. Den Backlink als Rankingfaktor wird Google dennoch nicht abschaffen – da ist sich Kilian sicher. Der Link ist das Fundament des Internets, er ist wie eine Empfehlung. Google wird nun immer besser darin, die Qualität dieser „Empfehlungen“ zu bewerten –Stichwort Penguin-Update. Der Pinguin mag vor allem keinen Link-Spam, denn das sind keine nützlichen und authentischen Empfehlungen. Der bessere Weg ist: erstens inhaltliche Mehrwerte bieten, damit Nutzer auf die Website verlinken; zweitens für Likes und Shares sorgen, damit die Sichtbarkeit im Netz steigt; und drittens kontinuierlich optimieren und Geduld mitbringen. Dann sollte man von einer Abstrafung durch den Pinguin verschont bleiben.

Den Linkaufbau unterstützen
Content-Marketing war ein weiterer Punkt auf Kilians Agenda, denn es ist die Basis für authentische Veröffentlichungen und damit den Linkaufbau 2016. Verlinkungswürdigen Content erreicht man am besten in Form von produktneutralen Ratgebern und Fachartikeln. Regelmäßige PR-Arbeit unterstützt den Linkaufbau. Zudem sollten Website-Betreiber ihr Wording anpassen: Schluss mit Begriffen wie Linkaufbau, Links und Linkkauf – wir sprechen jetzt von Online-Reputation, Veröffentlichungen, hochwertigen Fachbeiträgen und Aufwandsentschädigungen. Kilian bringt es auf den Punkt: „Linkaufbau 2016 ist ein Nebenprodukt guter inhaltlicher Website-Arbeit mit großer Nachhaltigkeit“.

Unser Fazit
SEO ist harte Arbeit und man braucht viel Geduld. Technik und Content gehen Hand in Hand: nur guter Content ohne Backlinks bzw. Likes und Shares oder nur technisch optimierte Websites allein ergeben kein gutes Ranking. Und weil für Google Empfehlungen so enorm wichtig sind, zum Schluss noch eine in eigener Sache: Wenn es um hochwertigen, SEO-optimierten Content geht, sind wir gerne für Sie da!