„Machst du mir auch einen mit?“ oder: Warum bei uns immer „Tag des Kaffees“ ist

Hannah Winter-Ulrich, 06.09.2013 ***

Quelle: Pixabay / Christoph

Am Samstag, den 7. September 2013, ist es wieder so weit: zum achten Mal wird in Deutschland der „Tag des Kaffees“ begangen. Initiator ist der Deutsche Kaffeeverband e.V., zahlreiche Unternehmen und Organisationen beteiligen sich deutschlandweit mit Aktionen wie Live-Röstungen, Kaffeeseminaren und Verkostungen. In Frankfurt hat sich das Fünf-Sterne-Hotel Westin Grand etwas ganz Besonderes einfallen lassen: es tauscht Strafzettel von Parksündern gegen eine Kaffee-Spezialität nach Wahl ein.

Schöne Aktionen, die aber den Nachteil haben, dass sie eben an nur einem Tag im Jahr stattfinden. Bei uns ist das anders. Bei Möller Horcher ist von Montag bis Freitag, von Januar bis Dezember Tag des Kaffees. Warum das so ist, lässt sich am besten mit einem Zitat des französischen Schriftstellers Honoré de Balzac erklären:

„Der Kaffee gleitet wie Öl in den Magen und weckt alle Lebensgeister. Er lässt die Gedanken wie Bataillone aufmarschieren, schickt das Gedächtnis in die vorderste Linie. Ohne Kaffee könnte ich nicht arbeiten.“

Genau das ist der Grund, warum es jeden Morgen in der Agentur ein gewisses Taktieren gibt: Alle wollen ihren Doppio Ristretto (verwendet werden naturgemäß nur feinste italienische Röstungen), der auf einer Mühle mit Kegelmahlwerk frisch gemahlen, mit genau 25 Kilogramm Anpressdruck verdichtet und dann mit 92,5 Grad heißem Wasser bei einem Pumpendruck von 9,0 bar gebrüht wird. Wer früh da ist und sich der Elektra La Deliziosa aus der Sixties Serie nähert, hofft, dass der eigene Muntermacher bereits fertig zubereitet ist, bevor der Rest der Belegschaft eintrudelt, jede/r mit einem zuckersüßen „machst du einen für mich mit?“ auf den Lippen. Ansonsten gilt es, den eigenen Kaffeedurst so lange zu unterdrücken, bis ein Kollege das Mahlwerk einschaltet, um dann mit einem liebreizenden „machst du einen für mich mit?“ in der Küche aufzutauchen, oder einfach als Kollegen-Held kurzfristig selbst zum Barista zu werden und dafür viele zuckersüße „daaaaanke!“ einzusammeln.

Mit geweckten Lebensgeistern, Gedanken, die für jede Kommunikationsschlacht gerüstet sind, und einem Gedächtnis, das auf Hochtouren läuft, arbeitet es sich dann natürlich gleich viel besser. Und wenn Sie uns besuchen kommen, müssen Sie in der Strafzettelhochburg Offenbach nicht einmal ein Knöllchen kassiert haben – eine Espresso-Spezialität nach Wahl kredenzen wir Ihnen jederzeit gerne.

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